| Der Immobilienmarkt in Apulien am Beispiel Ostuni |
|
Wer träumt nicht von einem Haus im Süden? Von einem lichtdurchfluteten mediterranen Feriendomizil inmitten einer herrlichen, panoramareichen Landschaft unweit des Meeres, umweht von einem intensiven Duft aus Mittelmeerkräutern und sonnigen Gärten, in denen purpurrote Bougainvilleen, üppige Oleanderbüsche, großblättrige Magnolien, saftige Zitronen und Mandarinen blühen. Ein Ferienhaus nicht nur für die schönsten Tage im Jahr, sondern als dauerhaftes Refugium, welches man mit Freude, Fantasie und Liebe zum Detail nach eigenen Vorstellungen gestalten kann … Apulien gilt unter Insidern nach wie vor als Geheimtipp auf dem (Ferien)-Immobilienmarkt. Die Region am Stiefelabsatz hat viel zu bieten, pardon sehr viel: stolze 800 Küstenkilometer in Verbindung mit einer ausgezeichneten Meerwasserqualität, nahezu 300 Sonnentage im Jahr, eine einzigartige, fantastische Bilderbuchlandschaft, eine herausragende Önogastronomie – Apulien wird auch als das Mekka der mediterranen Küche bezeichnet – und unsagbare Kunst- und Kulturschätze insbesondere im Süden Apuliens, unzählige historische Zeitzeugnisse einer bewegten Geschichte. Ein weiteres Plus ist die gute Verkehrsanbindung Apuliens dank der beiden internationalen Flughäfen Bari und Brindisi, die von Low Cost-Airlines (TUIfly, Ryan Air) zu interessanten Tarifen angeflogen werden. Dieser Trend hat große Auswirkungen: Neue Märkte öffnen sich und nicht nur aus touristischer Sicht. Wenn beispielsweise Ryan Air für nur EURO 20 nonstop von London nach Brindisi fliegt, locken für nicht gerade sonnenverwöhnte Engländer mediterrane Zweitresidenzen unter der Sonne Apuliens. Man denke nur an die astronomischen Preise am Londoner Immobilienmarkt. Die Anzahl der Immobilienagenturen in Ostuni steigt konstant. Hat man vor einem guten Jahrzehnt im Umland noch einen Trullo mit respektablem Grundstück (die ehemalige Behausung der Bauern) für etwa 25-30 Millionen Lire erstehen können, so kann man dafür heute auch problemlos EURO 100.000-150.000 hinblättern. Ostuni, die Weiße Stadt, ein Vorzeigestädtchen par excellence, ist ein Paradebeispiel für die aktuelle Marktentwicklung. Hätte man vor 20-30 Jahren eine Wohnung in der Altstadt zu Schleuderpreisen gekauft, so hätte man damals die denkbar beste Investition getätigt – gegen den Strom gewissermaßen. Damals brachte man die idyllischen Altstadtgassen mit eher sozialschwachen Familien in Verbindung, nahezu als verrufen galt diese und unbequem bzw. unpraktisch sowieso, da die Häuschen keine Parkplätze in der Nähe boten. Das neue Stadtzentrum und Neubauviertel galten als gefragt. Bareser Geschäftsleute und Investoren erkannten jedoch zunehmend den potentiellen Wert dieser hervorragend erhaltenen und faszinierenden Altstadt Ostunis mit ihren labyrynthartigen Gässchen, und eine Vielzahl der Objekte wurden aufgekauft. Heute gehört Ostuni mit dem maurisch anmutenden centro storico offiziell zu den Kunststädten Italiens und ist ein Must auf jeder Apulienreise. Mit den masserie verhält es sich ähnlich. In Reiseführern werden die für Apulien charakteristischen Masserien meist mit befestigten Gutshöfen übersetzt. Viele mögen ihren ruralen Charakter bewahrt haben, nicht selten, um nicht zu sagen in den meisten Fällen, handelt es sich hierbei jedoch um wildromantische herrschaftliche Landsitze. Mächtig und ehrwürdig präsentieren sich die antiken Masserien, umrahmt von jahrhundertealten Olivenhainen. Antike Ölmühlen, wappenverzierte Steintore unter hochgewachsenen Pinien und Zypressen, entweihte Kapellen und massive Steinmauern lassen an die einstige Feudalzeit erinnern. Lagen die Kaufpreise vor etwa 10-12 Jahren für eine Masseria noch bei rund einer Milliarde Lire (umgerechnet entsprachen dies damals einer Million D-Mark), so kann man sich heute an einem Anfangspreis von etwa eineinhalb Millionen EURO orientieren. |